DRUCKVERFAHREN

Das Tiefdruck-Verfahren

Beim Tiefdruck wird das Druckbild in Form von feinsten Näpfchen in die Oberfläche eines Druckzylinders graviert. Der Zylinder durchläuft im Druckprozess zuerst eine Farbkammer, in welcher die Näpfchen mit Farbe geflutet werden. Danach passiert er ein über die ganze Breite angepresstes Rakelmesser.

Überschüssige Farbe wird dabei von der Oberfläche entfernt, nur in den vertieften Näpfchen bleibt Farbe zurück.

Durch starken Anpressdruck wird die Farbe aus den Näpfchen im folgenden Schritt auf einen Bedruckstoff übertragen.

Die Druckform des Tiefdrucks

Tiefdruckzylinder sind typischerweise Stahlhohlkernzylinder, welche mit einer dünnen, ca. 0.1mm starken Kupferschicht überzogen sind.

In diese „weiche“ Kupferschicht lässt sich mit einem Diamantstichel das Druckbild mechanisch hinein gravieren. (Alternativ kommen auch die Verfahren Ätzen oder Laserbebildern zum Einsatz.)

Im nächsten Schritt wird der fertig bebilderte Zylinder noch mit einer Schutzschicht aus Chrom überzogen, welche mechanische Resistenz aufbaut und somit den Druck von sehr hohen Auflagen ermöglicht.

Nach Beendigung des Druckjobs können Tiefdruckzylinder erneut verwendet werden. Die Chrom- und Kupferschichten werden zuerst mechanisch abgetragen, danach wird im Galvanikbad erneut Kupfer aufgebracht.

Die Druckfarben des Tiefdrucks

  • Niedrigviskose Lösemittel- und Wasserfarben oder höherviskose lösemittelfreie UV-Farben
  • Trocknung durch Verdunstung (Heissluft, IR) oder Vernetzung (UV)

Die Vorteile des Tiefdrucks

  • Hohe Produktionsgeschwindigkeiten
  • Auflagenstabilität der Druckformen
  • Hoher reproduzierbarer Tonwertbereich von ca. 0,5% - 98%

Die Nachteile des Tiefdrucks

  • Hohe Kosten der Druckformen
  • Großer Zeitaufwand der Druckformherstellung
  • Kantenschärfe (z.B. in Schriften) gering durch Sägezahneffekt (Näpfchenform)

Die Einsatzgebiete des Tiefdrucks

Einsatzgebiete des Tiefdrucks sind Produkte mit besonders hohen Auflagen, typischerweise Kataloge, Zeitschriften oder auch Verpackungen.