Flexodruck: Das Verfahren

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Die Technik des Flexodrucks

Abb.10 Vergleich Drucksysteme, Technik des Flexodrucks
Abb.10 Vergleich Drucksysteme, Technik des Flexodrucks
 
Nicht vergessen werden darf bei dieser Betrachtung,dass das Umfeld der Maschine und die Druckwerkzeuge eine starke innovative Phase in den letzten Jahrzehnten durchliefen, die mitentscheidend für die Druckqualität und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens sind. Die wichtigsten Faktoren hierbei sind die Rasterwalze, die Druckplatte, die Druckfarbe und nicht zuletzt auch die Druckvorstufe. Alle genannten Faktoren sind in ihrer Entwicklung noch nicht abgeschlossen, das heißt, die innovative Phase des Flexodruckes dauert an und wird uns noch interessante Ergebnisse bringen.  

Im Druckvorstufenbereich z.B. hat die direkte Lasergravur der Platte oder Endlosform eine weitere Verbesserung gebracht. Weitere Beispiele sind die extrem feinen Rasterwalzen, der Flexodruck mit UV-härtenden Feststofffarben oder EB-härtenden Farben ohne Abluftemissionen oder der stufenlos formatvariable Druck mit Direktantrieb der Druckzylinder.

Bei den Maschinentypen für den Flexodruck unterscheidet man grundsätzlich zwei Systeme:
  • Zentralzylindermaschinen
  • Einzelzylindermaschinen in Kompakt und Reihenbauweise
Die früher vorrangig eingesetzten Mehrzylindermaschinen in Kompaktbauweise werden aufgrund ihrer schlechten Registerhaltung nur noch für den einfachen Flexodruck als sogenannte Vorsatzdruckwerke eingesetzt.  

Die Zentralzylindermaschinen wurden ursprünglich entwickelt, um dehnbare Folien zu bedrucken, die auf Tiefdruckmaschinen nicht gut verarbeitet werden konnten. Die Maschinen wurden durch eine beachtliche technische Innovation zu Hochleistungsmaschinen, die heute am Markt dominierend sind. Arbeitsbreiten bis über 3 m wurden realisiert.
 
Abb.11 Zentralzylindermaschine, Technik des Flexodrucks
Abb.11 Zentralzylindermaschine, Technik des Flexodrucks
 
Die Reihenbauweise hat sich zuerst bei den Schmalbahnmaschinen durchgesetzt, wie sie z.B. für den Etikettendruck für hohe Druckqualität eingesetzt werden und ist auf diesem Sektor bis Arbeitsbreiten von 650 mm absolut dominierend. Bei den größeren Breiten erfolgte die Marktverbreitung anfänglich nur zögerlich. Sie wurde jedoch stärker beeinflusst durch Forderungen im Flexodruck, ähnliche Trocknungs- und Prozesskombinationen einsetzen zu können, wie dies im Tiefdruck praktiziert wird. Dies bezieht sich insbesondere auf die große Trocknung nach jedem Druckwerk und die problemlose Erweiterung auf mehr als zehn Druckwerke. Ein Rückseitendruck im Register ist problemlos möglich. Die extrem gute Zugänglichkeit zu allen Teilen des Druckwerkes ergibt kürzeste Rüstzeiten, was immer mehr eine der wichtigen Forderungen aus der Produktion ist. Der Markttrend zu immer kleineren Auftragslosen ist entscheidungsbestimmend für Maschinensysteme.
 
Abb.12 Flexodruckmaschine in Reihenbauweise, Technik des Flexodrucks
Abb.12 Flexodruckmaschine in Reihenbauweise, Technik des Flexodrucks
 
Heute wird dieser Maschinentyp verstärkt eingesetzt für den Substratbereich nicht dehnbarer Bedruckstoffe, d.h. durchaus vergleichbar mit den Anwendungen im Tiefdruck.

 

UV-Flexodruck

Beim UV-Flexodruck werden UV (Ultraviolett) härtende Farbsysteme eingesetzt. Die Verarbeitung erfolgt auf speziell dafür ausgelegten Maschinensystemen. Flexomaschinen in Reihenbauweise bringen die besseren Voraussetzungen. Es ergeben sich wirtschaftliche und qualitative Vorteile, die die Voraussetzung sind für die Akzeptanz am Markt.  

Im Etikettenbereich sind diese UV-Farbsysteme seit vielen Jahren im Einsatz, nicht nur zum Drucken, sondern auch zum Lackieren. Für Verpackungen von Lebensmitteln, Pharmazie, Kosmetik und medizinischen Produkten ist dies auch möglich geworden. Entscheidend waren Farbentwicklungen, wie z.B. die kationischen Farbsysteme mit ihrem automatisch ablaufenden Durchhärtungsprozess.

Zusammenfassend ergeben sich folgende Vorteile:

  • 100 Prozent Feststofffarben und damit keine Abluftemission
  • Beträchtliche Investitionseinsparungen für Heissluft- und Abluftaggregate, vor allem aber keine Luftreinigungsanlagen erforderlich.
  • Höhere Druckqualität und damit konkurrenzfähiger zum Tief- und Offsetdruck
  • Hohe Konstanz des Druckbildes
  • Höhere Farbechtheiten
  • Universell für die meisten Substrate ohne Änderungen einsetzbar
  • Dadurch reduzierte Lagerhaltung
  • Weniger Reinigungszeit, da bei Schichtende die Reinigung entfällt
  • Weniger Anfahrabfall
  • Weniger Farbabfall
  • Kein Explosionsschutz notwendig
Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise vom Verlag Rek & Thomas Medien AG aus "Technik des Verpackungsdrucks" zur Verfügung gestellt.
http://www.derverpackungsdruck.com
 
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