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Conversion Projekt des AKDV: Praxisgerechtes Farbmanagement zwischen digitalen und analogen Drucksystemen

ColorLogic und GMG zeigen im DFTA Arbeitskreis für digitalen Verpackungsdruck (AKDV) wie mit Hilfe von Farbmanagement eine Brücke zwischen Digital- und Flexodruck geschlagen werden kann.

Die Entwicklung des  Digitaldrucks wird  auch im Verpackungsdruck stets betrachtet. Für einen gelingenden  Einstieg in die Welt des Druckens ohne feste Druckform sind nicht nur technische Fragestellungen zu lösen, sondern vor allem auch passende Geschäftsmodelle und Strukturen zu schaffen. So ergeben sich aus der Kombination aus Flexodruck und Digitaldruck neue Möglichkeiten, entsprechende Marktvorteile oder komplett neue Marktsegmente zu generieren. Großauflagen können z.B. im Flexodruck und Nachproduktionen in kleinerer Auflage oder mit Variationen im Digitaldruck produziert werden. Hier stellt sich bei Druckereien und Vorstufenbetrieben die zentrale Frage, ob die hohen Anforderungen an Markenfarben und Farbkonstanz auch im Digitaldruck gehalten werden können.

Zielsetzung

Der Arbeitskreis digitaler Verpackungsdruck untersuchte, wie ein praxisgerechtes Farbmanagement zwischen digitalen und analogen Drucksystemen realisiert werden kann. Die zwei Unternehmen GMG und ColorLogic, welche beide in diesem Bereich tätig sind, stellten sich dieser Fragestellung und führten das Projekt im Arbeitskreis federführend durch. Die Fragestellung dabei: Wie gut kann ein Flexodruck farblich auf verschiedenen digitalen Produktionssystemen wiedergegeben werden? Hierzu erklärten sich gleich drei Maschinenhersteller bereit (HP, Durst und Xeikon), die Versuche des Arbeitskreises mit Testdrucken zu unterstützen.

Durchführung

Das Flexodruckmuster wurde in CMYK auf gestrichenem weißem Papier gedruckt. Auf den digitalen Systemen wurde teilweise das gleiche Substrat, aber auch ein sich unterscheidendes Substrat mit anderem Weißgrad verwendet. Im Digitaldruck wurde ebenfalls mit CMYK-Tinten produziert, welche sich jedoch vom Farbort und den Tonwertverhalten vom Flexodruck unterschieden. Im ersten Schritt waren die drei verschiedenen Digitaldrucksysteme (Inkjet, Toner- und Liquid Toner basiert) zu charakterisieren. Dazu wurde ein etwa A5 großes Testchart auf den verschiedenen Systemen angedruckt, eingemessen und ausgewertet. Das Flexodruckmuster wurde bereits im Rahmen des DFTA Seminares „Digitales Farbmanagement im Flexodruck“ gedruckt, gemessen und charakterisiert und stellte das farblich zu erreichende Ziel dar. Nach der Erstellung der Separationsprofile mit den Lösungen der beiden Farbmanagementfirmen wurden die Flexodruckdaten konvertiert, um mit den diversen Digitaldrucksystemen den Flexodruck so gut wie möglich zu erreichen. Die konvertierten Daten konnten nun erneut auf den drei verschiedenen digitalen Systemen gedruckt und anschließend mit dem Flexodruck verglichen werden. 

Dieses Druckmuster wurde im Rahmen des Projektes in Zusammenarbeit mit GMG und ColorLogic erstellt

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projektes sprechen für sich und liefern interessierten Unternehmen erste Anhaltspunkte für eine gelungene Integration des Digitaldrucks in den eigenen Produktionsprozess. Die Fähigkeiten des heutigen Farbmanagements konnten erfolgreich demonstriert und eine gute farbliche Übereinstimmung zwischen Digitaldruck und Flexodruck erreicht werden. Das Projekt hat gezeigt, dass durch heutiges Farbmanagement Aufträge sowohl im Flexo- als auch im Digitaldruck in CMYK gedruckt werden kann, ohne erhebliche farbliche Unterschiede in Kauf nehmen zu müssen.

Ausblick

Der AKDV plant, weitere Versuche in Richtung des Farbmanagements zwischen Digitaldruck und Flexodruck zu unternehmen. Ein weiterer Schritt ist sicherlich die Berücksichtigung von Sonderfarben. Da im Flexodruck meist verschiedenste Sonderfarben pro Auftrag eingesetzt werden, stellt sich die Frage, wie gut diese mit einem fixen Farbset der verschiedenen Digitaldrucksysteme abgebildet werden können. Sicher ist, dass die Kombination aus Digital- und Flexodruck in der Verpackungsproduktion, vor allem in Bezug auf die Automatisierung und innovative Geschäftsmodelle neue Chancen und Möglichkeiten eröffnet.


Bei Interesse melden Sie sich gerne bei den Ansprechpartnern des Conversion Projektes:

Competence Center Digitaldruck der DFTA/HTWK
Simon Lober
Projektkoordination 
Gustav-Freytag-Straße 42
04277 Leipzig
+49 (0)341 30762998
simon.lober@htwk-leipzig.de

GMG GmbH & Co. KG
Johannes Betz
Head of GMG Academy
Moempelgarder Weg 10
72072 Tübingen
+49 (0)7071 9387425
johannes.betz@gmgcolor.com
www.gmgcolor.com

ColorLogic GmbH
Dietmar Fuchs
Product Manager
Robberskamp 40
48432 Rheine
+49 (0) 5971 4010168
dfuchs@colorlogic.de
www.colorlogic.de

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