

06.10.2009 - Festrede Proflex 09

Festrede von dem Präsidenten Herrn Bodo Cordes anlässlich des 30-jährigen DFTA Jubiläums beim Gesellschaftsabend zur ProFlex 2009 am 15.09.2009 in der Stadthalle Sindelfingen
Meine Damen und Herren,
ich begrüße Sie zu unserem ProFlex Gesellschaftsabend hier in Stuttgart anlässlich der 60.DFTA-Fachtagung und freue mich, dass, wenn ich mich so umsehe, fast alle gekommen sind. Seit der Gründung der DFTA hatten wir 2 Fachtagungen pro Jahr, sodass selbst der mathematisch Unbegabte weiß, 60. Fachtagung heißt 30 Jahre DFTA.
Meine Damen und Herren, sie sind die DFTA und ich gratuliere Ihnen aufs herzlichste zu diesem runden Geburtstag. Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen Ihnen allen meinen Dank zu sagen für 30 Jahre Unterstützung unserer DFTA. Nochmals vielen Dank. Normalerweise hatten wir vor, diesen Geburtstag etwas größer zu feiern. Wir haben uns aber wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Situation dazu entschlossen, den Rahmen nicht zu überspannen und hoffen auf Ihr Verständnis. Ich glaube jedoch, dass Herr Probst dafür gesorgt hat, dass wir später dazu noch etwas Unterhaltendes hören. Meine Damen und Herren, ich habe heute Abend nicht vor, 30 Jahre DFTA Revue passieren zu lassen, sondern möchte folgende Punkte ansprechen:
1. Die wirtschaftliche Lage unserer Branche
2. Was kann die DFTA als Verband der Drucker unterstützend machen?
3. Was macht uns Probleme als Drucker, also wo drückt uns der Schuh?
4. Was sind die Probleme und Visionen unseres Verbandes
Beginnen wir mit der wirtschaftlichen Lage unserer Branche Mit einem weltweit jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 4,5% entwickelte sich die Verpackungsindustrie in den letzten Jahren zu einem Wachstumsmarkt. Es ist unbestritten und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Verpackungsmarkt auch langfristig weiter wachsen wird. Das liegt zum einen an den bekannten internationalen Wachstumsmärkten, zum anderen aber auch an den vielen innovativen Verpackungsideen. Ein weiterer Trend ist die zunehmende Variantenvielfalt der Verpackungsprodukte, Änderungen der Verpackungseinheiten etc. Von diesem Wachstum hat der Flexodruck bis heute im Vergleich zu den konkurrierenden Druckverfahren überproportional profitiert. In den zurückliegenden Monaten der Wirtschaftskrise konnten sich die Drucker aufgrund der doch robusten inländischen Konsumkonjunktur insgesamt recht gut behaupten, auch wenn die Auslastung der einzelnen Druckbetriebe, je nach Kundenstruktur, unterschiedlich ist. Insbesondere durch die Nähe zur Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie ist unsere Branche von der Krise nicht so dramatisch betroffen. Niedrigere Lagerhaltung und kurzfristigere Dispositionen seitens der Kunden fordern jedoch von uns Druckern und von der Vorstufe oft extrem kurze Lieferzeiten verbunden mit einer sehr hohen Flexibilität. Das führt naturgemäß nicht zur Kostensenkung, sondern zur Erhöhung, die meistens nicht bezahlt wird. Lieferzeit und Flexibilität ist jedoch die Chance, wo der Flexodruck seine Stärke zeigen kann. Auch die verbrauchsorientierte Flexo-Zulieferindustrie ist bisher mit einem blauen Auge davongekommen, da sie ebenfalls wie die Drucker von dem noch relativ guten Konsumklima profitieren konnte. Im Gegensatz dazu klagte insbesondere die investitionsorientierte Zulieferindustrie unserer Branche über massive Umsatzeinbrüche, hier waren einige zu Restrukturierungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen gezwungen. Erschwerend für das Geschäft mit Investitionsgütern wirken die verschärften Kreditbedingungen der Banken für mittelständische Unternehmen, was manchen Unternehmer von Investitionen abhielt und noch abhält. Vor diesem Hintergrund kann man sagen, dass die Konjunktur in unserem Industriebereich gespalten ist.
Was kann die DFTA als Verband der Drucker unterstützend machen? Mit zahlreichen Aktivitäten verfolgt die DFTA seit nunmehr 30 Jahren ihr Hauptanliegen nämlich: Die praktizierte Qualität des Flexodruckverfahrens durch das Zusammenbringen von Zulieferindustrie und Druckern stetig zu verbessern. Demnach ist die DFTA ihrem Selbstverständnis nach: Ein Fachverband von Flexodrucker für Flexodrucker in dem die Zulieferindustrie der Katalysator für Innovationen ist. Im Interesse der Branche setzt sich die DFTA dort ein, wo die Möglichkeiten des einzelnen Unternehmens begrenzt sind oder eine gemeinschaftliche Aufgabenerfüllung wirtschaftlicher erscheint. Darüber hinaus hält die DFTA traditionell seit vielen Jahren für ihre Mitglieder ein breites, technisch orientiertes Informations- und Bildungsangebot rund um den Flexodruck bereit. Die Themen in den Fachtagungen und Fachsymposien sowie in den Aus- und Weiterbildungsseminaren des Technologiezentrums orientieren sich am aktuellen Bedarf der Unternehmen, mit denen der Verband im Dialog steht. Gerade in dieser Hinsicht erhalte ich oft kritische Anmerkungen zu den „Themen der Fachtagungen“. Gleichzeitig stelle ich jedoch leider fest, dass nur sehr wenige bereit sich aktiv einzubringen bzw. Impulse zu geben um damit das Informationsangebot des Verbandes und der Fachtagungen auf dem aktuellen Stand der Technik anzupassen. Wenn wir alle nur nach dem Motto „Wasch mich aber mach mich nicht nass“ arbeiten und handeln sind wir egoistisch und verändern nichts. Ich brauche unbedingt aus der oberen Führungsebene Drucker im Verband die die Praxis kennen und bereit sind aktiv im Vorstand mitzuarbeiten. Wenn wir auch morgen noch ein Verband der Drucker sein wollen, brauche ich Mitglieder die eine natürliche Einstellung zum Gemeinwohl haben und nicht nur kritisieren sondern auch mitarbeiten.
Ein positives Beispiel sind die Mitglieder der Arbeitskreise, überwiegend Zulieferer, die sich regelmäßig zu ihren Sitzungen treffen. Obwohl sie auf dem Markt in einem harten Wettbewerb stehen lösen sie gemeinsam grundsätzliche Probleme zum Wohle ihres Marktes. Deshalb bitte ich die Drucker darüber nachzudenken und mich anzusprechen wenn sie bereit sind uns aktiv zu unterstützen. Als Gesprächsplattform von Zulieferern und Anwendern des Flexodrucks hat der Verband einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Flexodruckverfahrens geleistet. Dieser Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern ist seit Gründung des Fachverbands vor nunmehr 30 Jahren ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Die systematische Erweiterung der Mitgliederbasis stärkt die finanzielle Grundlage, schafft Aktionsspielräume, erweitert die fachliche Kompetenz und erhöht die Anziehungskraft auf Firmen, die noch nicht Mitglied sind. Nicht zuletzt ist die finanzielle Ausstattung maßgebend für den weiteren Ausbau unseres umfassenden Angebots für seine Mitglieder.
Was macht uns Probleme als Drucker, wo drückt uns der Schuh
Die flexodruckende Industrie beklagt auch heute noch einen erheblichen Nachfrageüberhang an qualifizierten Fach- und Führungspotential. Nur durch eine intensive Ausbildung in Beruf und Studium lässt sich dieser Stau auflösen und der zukünftige Personalbedarf decken. Mit der Einführung des Lehrberufs des Flexodruckers wurden vor vielen Jahren die Voraussetzungen geschaffen junge Menschen in einem zukunftsorientierten Beruf auszubilden. Hier sind weiterhin die Druckereien gefordert ihren eigenen Nachwuchs heranzuziehen, damit diese das große technische Potential, dass die moderne Flexodruckindustrie bietet in sichtbare Druckqualität und Wirtschaftlichkeit umsetzen können. Das notwendige theoretische Rüstzeug dazu kann auch durch den Besuch von Kursen die im DFTA-Technologiezentrum angeboten, erworben bzw. vertieft werden. Schnell wechselnde Druckmotive und immer kleiner werdende Druckaufträge verlangen heute Zeit- und Kosteneinsparungen über die gesamte Prozesskette des Flexodrucks. Die Wahl des Druckverfahrens wird in einem hohen Maß von den Entwürfen und Ansprüchen der Grafiker und Designer beeinflusst. Zwar bedürfen diese eines ausreichend kreativen Freiraums, dennoch sollten sie aber nicht die wirtschaftliche und technische Realisierbarkeit aus den Augen verlieren. Kunden aus der Markenartikelindustrie und insbesondere der großen Filialisten werden an den Verpackungsdruck in Zukunft immer höhere Anforderungen in punkto Wirtschaftlichkeit, Qualität und Flexibilität stellen. Mit welchem Druckverfahren die gewünschten Ergebnisse erzielt werden ist für sie belanglos. Das müssen wir als Chance erkennen und daran arbeiten, dass der Flexodruck als flexibles und wirtschaftliches Verfahren bekannter wird. Auch das ist eine Aufgabe unserer laufenden Imagekampagne. Rüstzeitminimierung vor und an der Maschine sowie eine Verkürzung der Auftragsdurchlaufzeit, mittels einer durchgängigen digitalen Vernetzung im Sinne von CIM „Computer integrated Manufacturing“ sind geeignete Maßnahmen um die Kosten in den Griff zu bekommen und zu halten. Flexibilität und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit sind anerkannte Stärken des Flexodrucks. Diese Vorteile gilt es bei der technologischen Weiterentwicklung und Optimierung des gesamten Prozesses zu erhalten, zu verbessern und auszubauen.
Der weitere Erfolg des Flexodrucks wird damit nicht mehr nur eine Frage der Qualität, sondern viel mehr der Kosten und der Schnelligkeit für den gesamten Prozess sein. Steigende Kundenwünsche hinsichtlich Rasterfeinheit, größere Farbenvielfalt, kurzfristige Lieferbereitschaft bei kleinen Losgrößen sind Herausforderungen denen sich der Flexodrucker gegenübersieht.
Was sind unsere Probleme und Visionen als Verband
Die DFTA (er)findet sich im wahrsten Sinne des Wortes derzeit neu. Eine wesentliche Aufgabe eines Verbandes ist eine zielgruppenorientierte und wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit nach innen wie nach außen. Die Anforderungen an die Qualität im Verpackungsbereich steigen unverändert. Der Wettbewerbsdruck unter den Verpackungsdruckverfahren wird immer stärker. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Kostenvorteile, die der Flexodruck auch heute noch hat, immer mehr von den konkurrierenden Verpackungsdruckverfahren aufgeholt werden. Große Handelsorganisationen, die zunehmend Einfluss auf die eingesetzten Produktverpackungen nehmen, schätzen flexobedruckte Verpackungen fälschlicherweise oft als Second-best Produkte ein. Der Flexodruck muss sich dieser Situation stellen, indem er die Marktgegebenheiten richtig einschätzt und seine Stärken weiter ausbaut. Eine der herausragenden Stärken des Flexodrucks ist die Flexibilität. Die Qualitätsansprüche des Marktes insbesondere hinsichtlich Produktionssicherheit und Reproduzierbarkeit werden schon lange erfüllt. Dabei orientiert sich die Qualität bedarfsgerecht an den Kundenwünschen, denn nicht alles was technisch machbar ist, benötigt der Kunde und ist bereit, dafür zu bezahlen. Der Flexodruck ist kein billiges, sondern ein qualitativ hochwertiges und dabei kostengünstiges Druckverfahren. Bei technisch weniger anspruchsvollen Drucken ist der Flexodruck ohnehin deutlich kostengünstiger als andere Verpackungsdrucke. Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit sind anerkannte Stärken des Flexodrucks. Diese Vorteile gilt es auch bei der technologischen Entwicklung und Optimierung des gesamten Prozesses weiterzuentwickeln. Der künftige Erfolg des Flexodruckes wird damit nicht mehr nur eine Frage der Qualität, sondern auch der Kostenentwicklung und der Schnelligkeit sein. All diese positiven Attribute müssen werbewirksam nach außen kommuniziert werden. Gleichzeitig gilt es, und das ist eine vorrangige Verbandsaufgabe der DFTA, das Image des Flexodrucks, insbesondere bei Markenartiklern, Werbeagenturen und Retailern deutlich zu verbessern. Die rasante technologische Entwicklung hat den Flexodruck nicht nur zu einem führenden, sondern auch zu einem sehr vielseitigen Verfahren für die Bedruckung flexibler Verpackungsmaterialien werden lassen. Daraus erwuchs auch das bisherige Selbstverständnis der DFTA, als eine sehr technisch ausgerichtete Organisation. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Ein strukturiertes Marketingkonzept zur Eigendarstellung der Branche erschien bislang nicht erforderlich. Diese Ansicht hat sich bei den Verbandsmitgliedern und dem DFTA-Präsidium grundlegend geändert. Marktanalysen und Rückmeldungen aus dem Markt haben gezeigt, dass Markenartikler und Handelsunternehmen andere Verpackungsdruckverfahren teilweise bevorzugen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Möglichkeiten und der hohe Qualitätsstandard, den der Flexodruck bietet, im Markt vielfach nicht entsprechend wahrgenommen wird. Viele Entscheidungsträger sind nur unzureichend über das Potential des Flexodrucks informiert.
Es ist auch nicht auszuschließen, dass bei manchen das schlechte Image aus der Frühzeit des Verfahrens insgeheim noch lebendig ist. Um das Image des Flexodrucks im Markt nachhaltig zu verbessern war es notwendig eine Marketingoffensive zu starten. Zur Umsetzung des damit verbundenen Ziels, den Flexodruck als Marke zu etablieren und positiv zu besetzen wird die professionelle Hilfe einer Marketingagentur eingesetzt. Basierend auf einer Mitgliederbefragung ist das Marketingkonzept langfristig ausgelegt und wird in verschiedenen aufeinander folgenden Kampagnen realisiert. Neben der Auffrischung des Logos wurde als erstes der Internetauftritt der DFTA neu gestaltet. Zum größeren Nutzen der Mitglieder steht künftig ein interaktives Informationsmedium zur Verfügung mit einem weitreichenden Download-Bereich. Das ist der nach außen erkennbare Anfang unserer Marketingoffensive, weitere Schritte werden suksesszive folgen.
Meine Damen und Herren, ich hoffe ich konnte Ihnen, anlässlich unseres 30.Geburtstages, einen Gesamt-Überblick über unsere Branche und Ihrer DFTA geben. Ich möchte mich zum Schluss bei meinen Präsidiumskollegen für die aktive Unterstützung und Mitarbeit bedanken, insbesondere bei unserem Vize-Präsidenten Herrn Dr. Heger, bei unserem Schatzmeister Herrn Rößler und bei Herrn Buckmann für seine Marketingarbeit. Mein Dank geht auch an das DFTA-TZ Team geleitet von Herrn Prof. Dr. Dreher und seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für die unermüdliche technologische Detailarbeit im Technologiezentrum. Bedanken möchte ich mich auch bei der Geschäftsstelle der DFTA für die Organisation des heutigen Abends, namentlich bei Herrn Probst, Frau Schröder und Frau Hofschläger sowie bei allen fleißigen Händen die im Hintergrund arbeiten Damit eröffne nun endlich für alle Hungrigen das Büffet.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Meine Damen und Herren,
ich begrüße Sie zu unserem ProFlex Gesellschaftsabend hier in Stuttgart anlässlich der 60.DFTA-Fachtagung und freue mich, dass, wenn ich mich so umsehe, fast alle gekommen sind. Seit der Gründung der DFTA hatten wir 2 Fachtagungen pro Jahr, sodass selbst der mathematisch Unbegabte weiß, 60. Fachtagung heißt 30 Jahre DFTA.
Meine Damen und Herren, sie sind die DFTA und ich gratuliere Ihnen aufs herzlichste zu diesem runden Geburtstag. Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen Ihnen allen meinen Dank zu sagen für 30 Jahre Unterstützung unserer DFTA. Nochmals vielen Dank. Normalerweise hatten wir vor, diesen Geburtstag etwas größer zu feiern. Wir haben uns aber wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Situation dazu entschlossen, den Rahmen nicht zu überspannen und hoffen auf Ihr Verständnis. Ich glaube jedoch, dass Herr Probst dafür gesorgt hat, dass wir später dazu noch etwas Unterhaltendes hören. Meine Damen und Herren, ich habe heute Abend nicht vor, 30 Jahre DFTA Revue passieren zu lassen, sondern möchte folgende Punkte ansprechen:
1. Die wirtschaftliche Lage unserer Branche
2. Was kann die DFTA als Verband der Drucker unterstützend machen?
3. Was macht uns Probleme als Drucker, also wo drückt uns der Schuh?
4. Was sind die Probleme und Visionen unseres Verbandes
Beginnen wir mit der wirtschaftlichen Lage unserer Branche Mit einem weltweit jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 4,5% entwickelte sich die Verpackungsindustrie in den letzten Jahren zu einem Wachstumsmarkt. Es ist unbestritten und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Verpackungsmarkt auch langfristig weiter wachsen wird. Das liegt zum einen an den bekannten internationalen Wachstumsmärkten, zum anderen aber auch an den vielen innovativen Verpackungsideen. Ein weiterer Trend ist die zunehmende Variantenvielfalt der Verpackungsprodukte, Änderungen der Verpackungseinheiten etc. Von diesem Wachstum hat der Flexodruck bis heute im Vergleich zu den konkurrierenden Druckverfahren überproportional profitiert. In den zurückliegenden Monaten der Wirtschaftskrise konnten sich die Drucker aufgrund der doch robusten inländischen Konsumkonjunktur insgesamt recht gut behaupten, auch wenn die Auslastung der einzelnen Druckbetriebe, je nach Kundenstruktur, unterschiedlich ist. Insbesondere durch die Nähe zur Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie ist unsere Branche von der Krise nicht so dramatisch betroffen. Niedrigere Lagerhaltung und kurzfristigere Dispositionen seitens der Kunden fordern jedoch von uns Druckern und von der Vorstufe oft extrem kurze Lieferzeiten verbunden mit einer sehr hohen Flexibilität. Das führt naturgemäß nicht zur Kostensenkung, sondern zur Erhöhung, die meistens nicht bezahlt wird. Lieferzeit und Flexibilität ist jedoch die Chance, wo der Flexodruck seine Stärke zeigen kann. Auch die verbrauchsorientierte Flexo-Zulieferindustrie ist bisher mit einem blauen Auge davongekommen, da sie ebenfalls wie die Drucker von dem noch relativ guten Konsumklima profitieren konnte. Im Gegensatz dazu klagte insbesondere die investitionsorientierte Zulieferindustrie unserer Branche über massive Umsatzeinbrüche, hier waren einige zu Restrukturierungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen gezwungen. Erschwerend für das Geschäft mit Investitionsgütern wirken die verschärften Kreditbedingungen der Banken für mittelständische Unternehmen, was manchen Unternehmer von Investitionen abhielt und noch abhält. Vor diesem Hintergrund kann man sagen, dass die Konjunktur in unserem Industriebereich gespalten ist.
Was kann die DFTA als Verband der Drucker unterstützend machen? Mit zahlreichen Aktivitäten verfolgt die DFTA seit nunmehr 30 Jahren ihr Hauptanliegen nämlich: Die praktizierte Qualität des Flexodruckverfahrens durch das Zusammenbringen von Zulieferindustrie und Druckern stetig zu verbessern. Demnach ist die DFTA ihrem Selbstverständnis nach: Ein Fachverband von Flexodrucker für Flexodrucker in dem die Zulieferindustrie der Katalysator für Innovationen ist. Im Interesse der Branche setzt sich die DFTA dort ein, wo die Möglichkeiten des einzelnen Unternehmens begrenzt sind oder eine gemeinschaftliche Aufgabenerfüllung wirtschaftlicher erscheint. Darüber hinaus hält die DFTA traditionell seit vielen Jahren für ihre Mitglieder ein breites, technisch orientiertes Informations- und Bildungsangebot rund um den Flexodruck bereit. Die Themen in den Fachtagungen und Fachsymposien sowie in den Aus- und Weiterbildungsseminaren des Technologiezentrums orientieren sich am aktuellen Bedarf der Unternehmen, mit denen der Verband im Dialog steht. Gerade in dieser Hinsicht erhalte ich oft kritische Anmerkungen zu den „Themen der Fachtagungen“. Gleichzeitig stelle ich jedoch leider fest, dass nur sehr wenige bereit sich aktiv einzubringen bzw. Impulse zu geben um damit das Informationsangebot des Verbandes und der Fachtagungen auf dem aktuellen Stand der Technik anzupassen. Wenn wir alle nur nach dem Motto „Wasch mich aber mach mich nicht nass“ arbeiten und handeln sind wir egoistisch und verändern nichts. Ich brauche unbedingt aus der oberen Führungsebene Drucker im Verband die die Praxis kennen und bereit sind aktiv im Vorstand mitzuarbeiten. Wenn wir auch morgen noch ein Verband der Drucker sein wollen, brauche ich Mitglieder die eine natürliche Einstellung zum Gemeinwohl haben und nicht nur kritisieren sondern auch mitarbeiten.
Ein positives Beispiel sind die Mitglieder der Arbeitskreise, überwiegend Zulieferer, die sich regelmäßig zu ihren Sitzungen treffen. Obwohl sie auf dem Markt in einem harten Wettbewerb stehen lösen sie gemeinsam grundsätzliche Probleme zum Wohle ihres Marktes. Deshalb bitte ich die Drucker darüber nachzudenken und mich anzusprechen wenn sie bereit sind uns aktiv zu unterstützen. Als Gesprächsplattform von Zulieferern und Anwendern des Flexodrucks hat der Verband einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Flexodruckverfahrens geleistet. Dieser Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern ist seit Gründung des Fachverbands vor nunmehr 30 Jahren ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Die systematische Erweiterung der Mitgliederbasis stärkt die finanzielle Grundlage, schafft Aktionsspielräume, erweitert die fachliche Kompetenz und erhöht die Anziehungskraft auf Firmen, die noch nicht Mitglied sind. Nicht zuletzt ist die finanzielle Ausstattung maßgebend für den weiteren Ausbau unseres umfassenden Angebots für seine Mitglieder.
Was macht uns Probleme als Drucker, wo drückt uns der Schuh
Die flexodruckende Industrie beklagt auch heute noch einen erheblichen Nachfrageüberhang an qualifizierten Fach- und Führungspotential. Nur durch eine intensive Ausbildung in Beruf und Studium lässt sich dieser Stau auflösen und der zukünftige Personalbedarf decken. Mit der Einführung des Lehrberufs des Flexodruckers wurden vor vielen Jahren die Voraussetzungen geschaffen junge Menschen in einem zukunftsorientierten Beruf auszubilden. Hier sind weiterhin die Druckereien gefordert ihren eigenen Nachwuchs heranzuziehen, damit diese das große technische Potential, dass die moderne Flexodruckindustrie bietet in sichtbare Druckqualität und Wirtschaftlichkeit umsetzen können. Das notwendige theoretische Rüstzeug dazu kann auch durch den Besuch von Kursen die im DFTA-Technologiezentrum angeboten, erworben bzw. vertieft werden. Schnell wechselnde Druckmotive und immer kleiner werdende Druckaufträge verlangen heute Zeit- und Kosteneinsparungen über die gesamte Prozesskette des Flexodrucks. Die Wahl des Druckverfahrens wird in einem hohen Maß von den Entwürfen und Ansprüchen der Grafiker und Designer beeinflusst. Zwar bedürfen diese eines ausreichend kreativen Freiraums, dennoch sollten sie aber nicht die wirtschaftliche und technische Realisierbarkeit aus den Augen verlieren. Kunden aus der Markenartikelindustrie und insbesondere der großen Filialisten werden an den Verpackungsdruck in Zukunft immer höhere Anforderungen in punkto Wirtschaftlichkeit, Qualität und Flexibilität stellen. Mit welchem Druckverfahren die gewünschten Ergebnisse erzielt werden ist für sie belanglos. Das müssen wir als Chance erkennen und daran arbeiten, dass der Flexodruck als flexibles und wirtschaftliches Verfahren bekannter wird. Auch das ist eine Aufgabe unserer laufenden Imagekampagne. Rüstzeitminimierung vor und an der Maschine sowie eine Verkürzung der Auftragsdurchlaufzeit, mittels einer durchgängigen digitalen Vernetzung im Sinne von CIM „Computer integrated Manufacturing“ sind geeignete Maßnahmen um die Kosten in den Griff zu bekommen und zu halten. Flexibilität und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit sind anerkannte Stärken des Flexodrucks. Diese Vorteile gilt es bei der technologischen Weiterentwicklung und Optimierung des gesamten Prozesses zu erhalten, zu verbessern und auszubauen.
Der weitere Erfolg des Flexodrucks wird damit nicht mehr nur eine Frage der Qualität, sondern viel mehr der Kosten und der Schnelligkeit für den gesamten Prozess sein. Steigende Kundenwünsche hinsichtlich Rasterfeinheit, größere Farbenvielfalt, kurzfristige Lieferbereitschaft bei kleinen Losgrößen sind Herausforderungen denen sich der Flexodrucker gegenübersieht.
Was sind unsere Probleme und Visionen als Verband
Die DFTA (er)findet sich im wahrsten Sinne des Wortes derzeit neu. Eine wesentliche Aufgabe eines Verbandes ist eine zielgruppenorientierte und wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit nach innen wie nach außen. Die Anforderungen an die Qualität im Verpackungsbereich steigen unverändert. Der Wettbewerbsdruck unter den Verpackungsdruckverfahren wird immer stärker. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Kostenvorteile, die der Flexodruck auch heute noch hat, immer mehr von den konkurrierenden Verpackungsdruckverfahren aufgeholt werden. Große Handelsorganisationen, die zunehmend Einfluss auf die eingesetzten Produktverpackungen nehmen, schätzen flexobedruckte Verpackungen fälschlicherweise oft als Second-best Produkte ein. Der Flexodruck muss sich dieser Situation stellen, indem er die Marktgegebenheiten richtig einschätzt und seine Stärken weiter ausbaut. Eine der herausragenden Stärken des Flexodrucks ist die Flexibilität. Die Qualitätsansprüche des Marktes insbesondere hinsichtlich Produktionssicherheit und Reproduzierbarkeit werden schon lange erfüllt. Dabei orientiert sich die Qualität bedarfsgerecht an den Kundenwünschen, denn nicht alles was technisch machbar ist, benötigt der Kunde und ist bereit, dafür zu bezahlen. Der Flexodruck ist kein billiges, sondern ein qualitativ hochwertiges und dabei kostengünstiges Druckverfahren. Bei technisch weniger anspruchsvollen Drucken ist der Flexodruck ohnehin deutlich kostengünstiger als andere Verpackungsdrucke. Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit sind anerkannte Stärken des Flexodrucks. Diese Vorteile gilt es auch bei der technologischen Entwicklung und Optimierung des gesamten Prozesses weiterzuentwickeln. Der künftige Erfolg des Flexodruckes wird damit nicht mehr nur eine Frage der Qualität, sondern auch der Kostenentwicklung und der Schnelligkeit sein. All diese positiven Attribute müssen werbewirksam nach außen kommuniziert werden. Gleichzeitig gilt es, und das ist eine vorrangige Verbandsaufgabe der DFTA, das Image des Flexodrucks, insbesondere bei Markenartiklern, Werbeagenturen und Retailern deutlich zu verbessern. Die rasante technologische Entwicklung hat den Flexodruck nicht nur zu einem führenden, sondern auch zu einem sehr vielseitigen Verfahren für die Bedruckung flexibler Verpackungsmaterialien werden lassen. Daraus erwuchs auch das bisherige Selbstverständnis der DFTA, als eine sehr technisch ausgerichtete Organisation. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Ein strukturiertes Marketingkonzept zur Eigendarstellung der Branche erschien bislang nicht erforderlich. Diese Ansicht hat sich bei den Verbandsmitgliedern und dem DFTA-Präsidium grundlegend geändert. Marktanalysen und Rückmeldungen aus dem Markt haben gezeigt, dass Markenartikler und Handelsunternehmen andere Verpackungsdruckverfahren teilweise bevorzugen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Möglichkeiten und der hohe Qualitätsstandard, den der Flexodruck bietet, im Markt vielfach nicht entsprechend wahrgenommen wird. Viele Entscheidungsträger sind nur unzureichend über das Potential des Flexodrucks informiert.
Es ist auch nicht auszuschließen, dass bei manchen das schlechte Image aus der Frühzeit des Verfahrens insgeheim noch lebendig ist. Um das Image des Flexodrucks im Markt nachhaltig zu verbessern war es notwendig eine Marketingoffensive zu starten. Zur Umsetzung des damit verbundenen Ziels, den Flexodruck als Marke zu etablieren und positiv zu besetzen wird die professionelle Hilfe einer Marketingagentur eingesetzt. Basierend auf einer Mitgliederbefragung ist das Marketingkonzept langfristig ausgelegt und wird in verschiedenen aufeinander folgenden Kampagnen realisiert. Neben der Auffrischung des Logos wurde als erstes der Internetauftritt der DFTA neu gestaltet. Zum größeren Nutzen der Mitglieder steht künftig ein interaktives Informationsmedium zur Verfügung mit einem weitreichenden Download-Bereich. Das ist der nach außen erkennbare Anfang unserer Marketingoffensive, weitere Schritte werden suksesszive folgen.
Meine Damen und Herren, ich hoffe ich konnte Ihnen, anlässlich unseres 30.Geburtstages, einen Gesamt-Überblick über unsere Branche und Ihrer DFTA geben. Ich möchte mich zum Schluss bei meinen Präsidiumskollegen für die aktive Unterstützung und Mitarbeit bedanken, insbesondere bei unserem Vize-Präsidenten Herrn Dr. Heger, bei unserem Schatzmeister Herrn Rößler und bei Herrn Buckmann für seine Marketingarbeit. Mein Dank geht auch an das DFTA-TZ Team geleitet von Herrn Prof. Dr. Dreher und seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für die unermüdliche technologische Detailarbeit im Technologiezentrum. Bedanken möchte ich mich auch bei der Geschäftsstelle der DFTA für die Organisation des heutigen Abends, namentlich bei Herrn Probst, Frau Schröder und Frau Hofschläger sowie bei allen fleißigen Händen die im Hintergrund arbeiten Damit eröffne nun endlich für alle Hungrigen das Büffet.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.


Deutschsprachiger Flexodruck Fachverband e.V.