27.07.2011 - Dunkle Wolken am Horizont

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Bei den europäischen Druckfarbenherstellern läuten die Alarmglocken: Die Ressourcen werden zunehmend knapper und damit eskalieren die Kosten auf neue Rekordhöhen.


Die Hersteller von Druckfarben sind über den dramatischen Anstieg
der Rohstoffpreise und über die sehr langen Lieferzeiten außerordentlich besorgt.
Die Hauptgründe hierfür sind die weltweit gestiegene Nachfrage und deutlich reduzierte Produktionskapazitäten.

Der Geschäftsführer des Europäischen Druckfarbenverbandes (EuPIA), Dr. Martin Kanert erklärte, dass hiervon die wichtigen Rohstoffe wie Titandioxid und Kolophonium betroffen seien.

Im Jahr 2010 mussten die EuPIA-Mitglieder durchschnittliche Preiserhöhungen von 10% pro Quartal für Titandioxid hinnehmen.
Zwischenzeitlich haben diese Erhöhungen bis zu 35% pro Quartal erreicht, und „es gibt noch immer kein Licht am Ende des Tunnels“, sagt Kanert und beziffert die Preiserhöhung bei Kolophonium auf bis zu 400% in einem Jahr.

Laut EuPIA haben Rohstoffhersteller ihre Produktionskapazitäten als Folge der Wirtschaftskrise 2008/2009 drastisch reduziert.
Weniger profitable Anlagen wurden geschlossen und Personal wurde entlassen.
Der plötzliche Aufschwung der Weltwirtschaft und die zunehmende Nachfrage aus Schwellenländern bedeuten,  dass die Aufträge jetzt nicht zeitnah erfüllt werden können.

Darüber hinaus wurde ein Großteil der Ernte nachwachsender pflanzlicher Stoffe, die in Bindemitteln verwendet werden, durch katastrophale Wetterbedingungen in China, Pakistan und Russland zerstört.

„Die Umsetzung von REACH hat doppelte Auswirkungen für die Versorgung mit Rohstoffen“, sagt Dr. Martin Kanert. „Auf der einen Seite verschwinden einige Rohstoffe ganz vom Markt, auf der anderen Seite können wir feststellen, dass Rohstofflieferanten aus Ländern außerhalb Europas nicht registrieren möchten. Sie konzentrieren sich lieber auf ihre Heimatmärkte, folglich ist die Zahl der Lieferanten begrenzt.“

Rohstoffe machen bis zu 50% der Gesamtkosten bei der Herstellung von Druckfarben aus. Es sei daher unvermeidlich, dass diese höheren Rohstoffpreise und längere Lieferzeiten einen großen Einfluss auf die Rentabilität und die Leistungsfähigkeit der produzierenden Unternehmen haben, heißt es bei EuPIA.

„Die Hersteller der Branche sind weiterhin proaktiv und konzentrieren ihre Anstrengungen auf die Bedürfnisse der Verbraucher und die
immer strengere Gesetzgebung in den Bereichen Gesundheit und Umwelt“, erläutert Dr. Martin Kanert. „Die Hersteller unternehmen auch jede Anstrengung, um Produkte neu im Markt einzuführen, die den gesetzlichen Vorgaben und den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung gerecht werden. Allerdings ist die Industrie besorgt darüber, dass der Druck auf die Margen Investitionen und Innovationen verlangsamen wird.“

Quelle:
Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.,
Mainzer Landstraße 55, 60329 Frankfurt/Main

Tel. 069/2556 1411, Fax 069/2556 1358,  
http://www.lackindustrie.de/
http://www.druckfarben-vdl.de/








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