Flexodruck-Veranstaltungen: Archiv

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63. DFTA Fachtagung 2011 - Motto, Themengebiete, Fachvorträge

 
Mineralöl in Lebensmittelverpackungen
Dr. Erich Frank, Stuttgart


Ausgelöst durch Veröffentlichungen des kantonalen Labors, Zürich, wird der Übergang von Mineralöl aus Recycling-Kartonagen auf Lebensmittel seit etwa einem Jahr in den deutschsprachigen Ländern öffentlich diskutiert. Der Verband der Europäischen Druckfarbenindustrie EuPIA weist darauf hin, dass dieser Sachverhalt in Fachkreisen seit langem bekannt ist und die EuPIA deshalb von der Verwendung von Recycling-Kartonagen zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen – wenn keine funktionelle Barriere vorliegt – abrät. Weiterhin erfolgt die Verwendung von Mineralölen in Offsetdruckfarben im Einklang mit dem Chemikalienrecht und unter Verzicht auf T und cmr-Stoffe. Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung bei Druckern und anderen Personen, die mit Druckfarben umgehen, bestehen nicht. Als Eintragswege in Lebensmittel sind Recyclingkarton, der einen Anteil alter Zeitungen enthält, die regelwidrige Verwendung mineralölhaltiger Bogenoffset-Druckfarben bei der Herstellung von Faltschachteln, der Einsatz mineralölhaltiger Additive bei der Kartonherstellung, Umverpackungen, Lagerbedingungen und eine Vorbelastung des Lebensmittels zu nennen. Eine Übersicht über die Verwendung von Mineralöl in Druckfarben wird gegeben. Zur Reduzierung des Mineralölgehalts von Verpackungen haben die involvierten Industrien bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen. Hierzu gehört der Einsatz von mineralölfreien Druckfarben für alle Verpackungen aus Papier und Karton. Da Zeitungen in der Altpapiermischung einen wesentlichen Eintrag von Mineralöl in Recycling-Karton darstellen, wird verschiedentlich der Einsatz mineralölfreier Zeitungsfarben gefordert. Solche Farben sind am europäischen Markt zwar aktuell nicht verfügbar, könnten aber entwickelt werden, wenn steigende Kosten und Zeit für die Umstellung akzeptiert würden. Aktuell bestehen in diesem Zusammenhang noch Unklarheiten zur Definition von Mineralöl, der Analysenmethode, der Analysen-Auswertung und zu künftigen Grenzwerten für Mineralöl in Lebensmitteln oder Verpackungen.

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Neuentwicklungen und Trends bei flexiblen Verpackungen - Biopolymere in Papier und Folienanwendungen
Markus Schmid, Freising


Konsumenten von heute fordern ethisch und ökologisch einwandfreie Produkte. Diese sollen ressourcenschonend verpackt sein und ausreichend geschützt bei ihnen ankommen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die verstärkte Entwicklung und Anwendung von Biopolymeren ein aktueller Trend im Bereich der Verpackungsmaterialien ist. Nicht nur Aspekte der Nachhaltigkeit und Kompostierung fördern Biopolymere, sondern auch neue Eigenschaften, die mit dieser Stoffgruppe nutzbar werden.
In diesem Vortrag werden nach einer kurzen Einführung zu den „Anforderungen an nachhaltige Lebensmittelverpackungen“ und „Verpackungen aus Biopolymeren“ zwei öffentlich geförderte Forschungsprojekte vorgestellt, die sich dieser Thematik annehmen und trotz unterschiedlicher Lösungsansätze ein gemeinsames Ziel verfolgen: „Ein nachhaltiges Verpackungsmaterial zu entwickeln, welches die Anforderungen an eine Lebensmittelverpackung erfüllt und zu marktfähigen Preisen produziert werden kann“.
-> Eine ökologische und ökonomische Verpackung!

1. FlexPakRenew: Entwicklung eines ökoeffizienten flexiblen Verpackungspapiers mit hoher Barrierewirkung

Das Ziel von FlexPakRenew ist die Entwicklung eines innovativen ökoeffizienten, flexiblen Packstoffes aus nachwachsenden Rohstoffen sowohl für den Food- als auch für den Non-Food-Bereich, um die Abhängigkeit der Verpackungsbranche von der Erdölindustrie zu reduzieren. Hierbei soll eine Funktionalisierung der Oberfläche durch einen Mehrschichtaufbau mit unterschiedlichen Biomaterialien realisiert werden. Das Forschungsvorhaben soll die führende Position Europas auf dem Verpackungsmarkt stärken.

2. Wheylayer: Verpackungsmaterial auf Basis von Molkeprotein

Ziel des Projektes Wheylayer ist die Entwicklung eines wirtschaftlichen Herstellungsverfahrens für ein Verpackungsmaterial, welches die hervorragenden Barriereeigenschaften von Molkenproteinfilmen gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit nutzt, um Polymerschichten in Verpackungen durch dieses Naturprodukt zu ersetzen. Durch die optimierten Barriereeigenschaften soll es ermöglicht werden, auf die Beschichtung von konventionellen Verpackungssubstraten mit synthetischen Polymeren zu verzichten. Des Weiteren sollen die in Molke natürlich enthaltenen antimikrobiellen Inhaltsstoffe dazu beitragen, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern.

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Neue Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz im Verpackungsdruck
Rolf Rafflenbeul, Langen


Nicht nur gestiegene Umweltschutzanforderungen und die sich immer weiter verbreitende Nachhaltigkeitsdebatte über Energieeffizienz und CO2-Reduktionsmaßnahmen haben die Frage nach verbesserten Energieumsätzen im Flexodruckbereich mit einer dauerhaften Aktualität erfüllt. Im Zuge dieser Diskussion war insbesondere die Frage zu klären, wie energieeffizient und umweltfreundlich sind wasser- oder lösemittelbasierte Druckfarben im Vergleich untereinander.

Vorwegnehmend: Bei allen Folien gibt es unter Nachhaltigkeits- und Energiegesichtspunkten keine Alternative zur lösemittelbasierten Druckfarbe. Diese ist mit großem Abstand als energieeffizienteste und umweltfreundlichste Farbe ausweisbar, auch dann, wenn weniger involvierte Einkäufer von Nahrungsmittelkonzernen immer wieder auf den Einsatz der Wasserfarben hinweisen.
 
Die rasante Weiterentwicklung der Nanomaterialien und die seit zwei Jahren mögliche Hydrophobierung von Molekularsiebersatzstoffen haben besonders in der Flexodruckindustrie Wege für wesentlich verbesserte Energieumsätze ermöglicht. So gelingt es heute bereits, beim Vorliegen von 0,4 g VOC/m³ nicht nur einen autothermen Abluftreinigungsbetrieb zu gestalten sondern auch Energie an die Druckmaschinen zurückzuführen. Insofern ist der Vortrag in drei Teile untergliedert:
  • Die Nachhaltigkeitsbetrachtung von lösemittel- oder wasserbasierten Druckfarben
  • Energieeffizienz durch moderne Adsorptionsmaterialien über das Duplex-Verfahren
  • Wege zur Energierückführung und Zertifizierung von Flexodruckbetrieben mit sehr guter Energieeffizienz
Die heute gegebenen Möglichkeiten werden mit Beispielen und ausreichendem Zahlenmaterial vorgestellt. Die von Verbraucherverbänden und Konzernen zunehmend abgeforderte Zertifizierung hinsichtlich Nachhaltigkeit wird ebenfalls mit einer Zertifizierungsurkunde und den entsprechenden Bezugsverfahren dargestellt.

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Richtlinie für die Energiemessung bei Bogenoffsetmaschinen - auch ein Modell für Flexodruckmaschinen?
Roger Starke, Frankfurt


Die gesamte Wertschöpfungskette Druck und Papier beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Energieeffizienz und der Umwelt-Bilanzierung von Prozessen und Produkten.

Für die Berechnungen von CO2-Bilanzen und die Festlegung von Effizienzmaßstäben existierte allerdings bisher kein Standard, der Vorgaben für die einheitliche Ermittlung von Energiekennwerten macht. Bei Investitionsentscheidungen für Maschinen fehlt dem Kunden derzeit noch ein objektiver Bewertungsmaßstab hinsichtlich Energieaufnahme.
Der VDMA-Fachverband Druck- und Papiertechnik erarbeitet daher seit 2008 gemeinsam mit seinen Mitgliedsfirmen industrieübergreifende Messstandards zur Ermittlung von Energiekennwerten. Eine erste Richtlinie für Bogenoffsetdruckmaschinen steht kurz vor der Veröffentlichung. Richtlinien für weitere Maschinen sind in Vorbereitung. Im Vortrag wird die dringende Notwendigkeit von Energie-Messstandards erläutert und Klarheit darüber geschaffen, was eigentlich gemessen wird. Beleuchtet wird auch die Bedeutung der Messstandards für die geplante internationale Standardisierung des CO2-Fußabdrucks für Druckprodukte.

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Innovationen in der Extrusion von Kunststoff-Folien unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bedruckbarkeit
Ingo Putsch, Lengerich

Im Bereich der flexiblen Verpackung von Lebensmittel, Hygiene- oder allgemeine Gebrauchsmittel ist die Innovationsgeschwindigkeit bezüglich immer wieder neuer Verpackungsideen sehr hoch, um das Produkt attraktiver erscheinen zu lassen und die Verkaufschancen zu steigern. Immer öfters werden damit aber auch neue Ansprüche an die Qualität oder die Eigenschaften der verwendeten Kunststofffolien bzw. -verbunde gestellt. So können durch zusätzliche Veredlungsschritte wie ein thermisches Nachbehandeln von Folien deutlich bessere Qualitäten bezüglich der Planlage der Folienbahn erreicht, was besonders den Druckprozess stabiler macht und in den Weiterverarbeitungsschritten höhere Produktionsgeschwindigkeiten erlaubt. Ein weiterer Veredelungsschritt ist das Verstrecken von Folien über den elastischen Bereich hinaus, wodurch sich die mechanischen und optischen Eigenschaften deutlich verändern. So können wesentlich dünnere Folien bei gleichzeitig höherer Festigkeit erzeugt werden. Dies ist nicht nur für die Endanwendung hochinteressant, sondern kann auch für die Produktionssicherheit in den Weiterverarbeitungsprozessen wie Bedruckung und FFS-Anlagen von Vorteil sein. Stabiler laufende Prozesse senken hierbei nicht nur die Herstellkosten der Verpackung, sondern minimieren auch den Produktionsausschuss, was insbesondere der Umwelt wieder zu Gute kommt. Ein wesentlicher Faktor bei der Prozessstabilität ist die Qualitätssicherung und die Analysemöglichkeiten von Produktionsfehlern. Als Beispiel wird hier auf die Corona-Vorbehandlung von zu bedruckenden Folien eingegangen, insbesondere was bezüglich unterschiedlicher Polymere und deren Additivierung zu beachten ist, was bei zu langer Zwischenlagerung der Folienrollen passiert und warum manchmal Folien einfach nicht ausreichend vorbehandelt werden können.

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Kaschierung mit LH-und LF-Klebstoffen.
Wie passt das zum Flexodruck?
Volker Dreja
, Hamburg

Wie passt das zusammen?Um flexo-bedruckte Substrate in adäquater Qualität kaschieren zu können, müssen einige fundamentale Wechselwirkungen zwischen Druckfarbe und Kaschierklebstoff bekannt sein und berücksichtigt werden. U.a. gehören dazu:- Die chemische Zusammensetzung und beider Materialien- Die Auftragsmengen- Die Restlösemittelmengen und Trocknungsbedingungen- Die Lagerungs- und Aushärte-BedingungenDiese Wechselwirkungen und deren Relevanz für die Qualität der entsprechenden Verpackungsmaterialien werden im Referat im Detail beschrieben. Dabei werden die prinzipiellen Unterschiede zwischen lösemittelhaltigen und lösemittelfreien Kaschierklebstoffen und deren Auswirkungen dargestellt.

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